Ein Brief von Karin Maier

„Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen.“

Gerald Hüther

Menschlichkeit und Lebenskompetenz kann man nicht herunterladen, Faktenwissen schon. Der Fokus darf stärker auf den Faktor Bildung mit Zukunftsintelligenz von  Kindern und Jugendlichen gerichtet werden, damit wir die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit überhaupt bewältigen können. Unsere moderne Gesellschaft braucht digitale Kompetenz, um mit Daten bewusst und verantwortungsvoll umgehen und Informationsquellen kritisch hinterfragen  zu können. Ebenso ist  Lebenskultur notwendig, die junge Menschen in ihrer Selbst- und Sozialkompetenz und Ihrem Konflikt- und Krisenmanagement trainiert, sie ermutigt und dadurch zur Potenzialentfaltung beiträgt. Ohne Persönlichkeitsbildung im Schulsystem fehlen uns Menschen, die künftig handwerkliche und technologische Tätigkeiten vereinen und mit Herz, Hirn und Begeisterung ausführen. Am Wissensdefizit krankt unser System nicht. Wir leiden an einem  Umsetzungsdefizit und kommen zu wenig ins Tun.

Lavantinum ist ein innovatives und zukunftsintelligentes Bildungskonezpt, das junge Menschen befähigt mit kompaktem Wissen ein gelingendes Leben zu führen. Zum Glück gibt`s Sprachen, denn „Beim Reden kommen die Leute zusammen“. Fächerübergreifender Englischunterricht, in weiterer Folge Italienisch und Slowenisch als freiwillige Zusatzangebote ermöglichen grenzüberschreitende, internationale und freundschaftliche Beziehungen, die eine Welt von morgen braucht! Lavantinum steht für das Bewahren von guten Traditionen und christlichen Werten, kombiniert mit edlen Fächern und begeisterten PädagogInnen. Diese Mischung erlaubt einen Perspektivenwechsel und ein Pflichtschulprogramm mit Lebensfreude und Hausverstand, die Kinder und Jugendliche fit fürs Leben macht.

Schule neu denken: Beziehungsorientiert und begeistert! Diesen Anspruch erhebt Direktorin Karin Maier an das Lavantinum.

Wenn es um Potenzialentfaltung geht, darf das Kind nicht zum Befehls- und Wissensempfänger degradiert werden. Karin Maier legt bereits beim Schuleintritt auf wertschätzende und ausführliche Kennenlerngespräche mit Eltern und Kindern großen Wert, die für den Prozess der Stärkenentfaltung wichtig sind. Es macht so viel mehr Sinn, auf die Stärken zu schauen, als auf den Schwächen herumzureiten. Erkenntnisse aus der Neurobiologie bilden das Fundament gelingender Lernprozesse. Wenn Lernen für das Kind bedeutungsvoll ist und berührt, öffnen sich die emotionalen Zentren im Gehirn und auch das Kind selbst. Bei Kindern, die sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlen, an Aufgaben wachsen dürfen und Wirksamkeit erlangen, entsteht im Gehirn ein Prozess des Lernen Wollens. Jedes Kind will von Natur aus lernen, es sei denn, es wird durch irgendwelche Faktoren im Außen, wie etwa Demütigung, Ausschluss oder Respektlosigkeit daran gehindert.

Begeisterung für das Leben und das Lernen machen junge Menschen zu Beteiligten, die sich gerne und mit Freude neuen Inhalten widmen. Krisen und weniger Lernmotivation dürfen ab und zu vorkommen. Die Frage ist, wie schaffen es die PädagogInnen, die jungen Menschen wieder ins Boot zu holen. Die üblichen Dressur- und Abrichtungsmethoden wie Belohnung und Bestrafung sind keine Lösungsansätze im Lavantinum. Kinder, die mit Belohnung und Bestrafung erzogen werden, werden abhängig davon und lernen nicht mehr aus sich selbst heraus. Begeisterung ist ein Schatz der frühen Kindheit und im Lavantinum wird dieser Schatz wieder gehoben! Entdeckerfreude und Gestaltungslust sind Haltungen, die Kinder mitbringen. Diese zu erhalten und zu fördern ist eine Kunst, die in der Lebensschule praktiziert wird. Das Team ermöglicht Potenzialentfaltung mit einer inneren Einstellung bedeutsamer Beziehungsarbeit und Freude beim Unterrichten: Kinder und Jugendliche werden eingeladen, ermutigt und inspiriert. So gelingt guter Unterricht! Die Möglichkeit, Potenziale im Schulalltag zu entfalten, begünstigt die beste Version von sich selbst zu erreichen.

Als erfahrene Schulleiterin, begeisterte PROvokativpädagogin und Beraterin freue ich mich auf diesen Zusammenschluss von Bildung, Wirtschaft, Kirche und öffentlicher Verwaltung, der den Prozess von Schule neu denken mit Leben erfüllt. Mehr von dem zu tun, was in der Vergangenheit  nicht oder unbefriedigend  funktioniert hat, wäre fatal. Deshalb gehe ich, gemeinsam mit der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe, der GHO Loreto GmbH und meinem Lehrerteam,  motiviert und optimistisch diesen neuen Weg.  Wir tun endlich das, was schon lange ansteht:

„Non scholae, sed vitae discimus.“

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir